Vor 16 Monaten hatten wir uns dafür entschieden, mitzumachen. Vor 4,5 Monaten ging es los. Und jetzt ist das Kapitel Traveling Village in Asien vorbei. Einfach so.
Der ganze bewusste Prozess der Entscheidung, Vorbereitung und Vorfreude liegt in der Vergangenheit. Und jetzt auch das Erlebnis an sich. Das macht einem deutlich, dass alles irgendwann zu Ende geht. Egal wie verrückt, lang und außergewöhnlich es ist. Ein Gefühl von Endlichkeit stellt sich ein.
Intensiv bis zum Schluss
Wie erwartet waren die letzten 2,5 Wochen in Busan noch mal richtig intensiv. Auf der einen Seite waren wir müde — unruhige Nächte dank Erkältung(en) und ersten Wackelzähnen — und emotional schon etwas ausgelaugt nach 4 Monaten Gemeinschaft und Coliving. Auf der anderen Seite wollten wir, und das ganze Village, die letzten Wochen noch mal richtig nutzen. Dementsprechend voll war unser Programm. Die Highlights:
ein wohltuender Ausflug nach Gyeongju — über 1000 Jahre alte Königsgräber unter Grashügeln — und 2 Nächte mit unseren Freunden in einem Hanok, einem koreanischen Holzhaus, in der Natur
eine kurzweilige Bootstour mit dem Village entlang der Küste von Busan zur Abenddämmerung und anschließendes Mochi-Eis
ein letztes großes Spikeball-Turnier mit erfolgreichem Ausgang ;-)
die von Michaela und mir mitgeplante Abschlussparty. Ein voller Erfolg mit tollen Einlagen — TV3-Song, AI-Foto-Mashups … — und einer ausgelassenen Dance-Party mit Aussicht auf die Skyline
Besuch im Baseballstadion der Lotte Giants inkl. Fried Chicken & Bier. Baseball ist eine der Lieblingssportarten der Koreaner
eine würdige Geburtstagsfeier von mehreren Männern aus dem Village mit Katamaran-Tour, Karaokebus und Mini-Wanderung. Und einem wilden Abschluss im Club …
das Busan Sand Festival direkt vor der Haustür mit riesigen Sandskulpturen und einem passenden Workshop mit einem Sandskulpteur für die Familien
Eintauchen in die koreanische Bade- & Spa-Kultur — auch hier mit sehr vielen Regeln — im Wasserpark und in der Sauna
diverse Grillabende auf unserer Dachterrasse, u. a. mit Livemusik aus der „Village-Band“
die letzte Nacht in Korea in einem verrückten, riesigen Resort-Hotel am Flughafen von Seoul inkl. Indoor-Freizeitpark und Kunstausstellungen …
Auch wenn die Zeit verging wie im Flug: So richtig warm geworden mit der Großstadt Busan und der koreanischen Kultur sind wir bis zum Schluss nicht. Ein technisch hoch entwickeltes Land, das viel Wert auf Leistung, Aussehen — K-Beauty — und Regeln legt. Das führt aus meiner Sicht zu einer gewissen Oberflächlichkeit, Konformität und einem Mangel an Charme. Hinzu kommt, dass wir am Ende einfach satt von der Stadt waren. Zu viele Leuchtreklamen, Menschen, Lärm, Smog und unangenehme Gerüche.
We made it count
Wir haben die Zeit aber definitiv genutzt und diese Erfahrung voll ausgekostet. Phasenweise vielleicht sogar etwas zu intensiv. Wir haben uns voll in das Community-Leben ergeben und viele tolle Momente gehabt. Aber auch die Anstrengung gespürt. Am Ende war der Energie-Akku bei uns allen ziemlich leer. Deswegen freuen wir uns jetzt einfach auf eine ruhigere Zeit zu Hause am schönen Schliersee.
Ein Zuhause haben …
… fühlt sich gut an. Einen Ort, an den man zurückkehren kann. Der einem vertraut ist. Was wie selbstverständlich klingt, ist es für viele nicht. Einige der Familien aus dem Traveling Village reisen einfach weiter. Ohne Homebase. Neues Land, nächstes Airbnb. Auch wenn das verlockend klingt, bin ich gerade einfach froh, dass ich heute Abend zu Hause schlafen darf. Mal schauen, wie lange dieses Gefühl anhält …
Zeit für Reflexion
Dieses Abenteuer hat uns definitiv geprägt und wird mit Sicherheit Einfluss darauf haben, wie wir unser Leben in Zukunft gestalten werden. Jetzt ist aber erst einmal Zeit, einen Gang nach unten zu schalten und das Nervensystem etwas zu beruhigen. Die Eindrücke wirken lassen und diese Erfahrung verdauen.
Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar für dieses Abenteuer.



















Sehr schön, dass ihr wieder da seid🤗