Ein holpriger Start
Die ersten Tage in Hualien – und warum sich dieser Ort erst auf den zweiten Blick öffnet.
Jetzt sind wir also in Taiwan.
In einem Land, das wir uns selbst zum Reisen nicht ausgesucht hätten.
In einer Stadt, die erst mal sehr verschlafen und „langweilig“ wirkt. (Hualien)
Für 5 Wochen.
Und der Start war nicht nur einfach.
Das Wetter:
Eigentlich null Sonne in den ersten 9 Tagen. Dafür einige fette Regenschauer. Dazu im Vergleich zu Vietnam eher kühlere Temperaturen.
Die Sprache:
Es gibt ja Orte, an denen man sich sehr gut zurechtfinden kann, auch wenn man die Sprache (und Schrift) nicht versteht. Das ist hier eher nicht so. Wenig Englisch. Auf den Speisekarten, Straßenschildern, Produktverpackungen … Und auch die Menschen sprechen fast nur Chinesisch. Man fühlt sich ein bisschen wie ein Analphabet.
Die Sehenswürdigkeiten:
Mh. Habe ich noch nicht so richtig gefunden. Hualien ist eigentlich Ausgangspunkt für die Erkundung des bekannten Taroko-Nationalparks. Aber der ist nach dem letzten großen Erdbeben (2024) größtenteils noch gesperrt.
Das Essen:
Wenn man die Speisekarten mit Hilfe von Google Translate mal entziffert hat, findet man schon essbare Sachen. Aber für unsere europäischen Geschmacksnerven teilweise doch etwas gewöhnungsbedürftig.
Die Gefahr im Hinterkopf:
2–3 kleine Erdbeben hatten wir schon. Und die täglich über der Stadt fliegenden Kampfjets (Militärflughafen in der Nähe) lassen einen die Ambitionen des großen Nachbarn China nie vergessen.
Gemeinsam sind wir stark
Zu Gast sein in Hoi An war leicht. Fast alles war auf Touristen zugeschnitten. Hier in Hualien merkt man aber den ungeheuren Wert der Traveling-Village-Community.
19 Familien, die jeden Tag die Stadt erkunden und ihre Lieblingsspots in der gemeinsamen WhatsApp-Gruppe teilen. So findet man trotz der Sprachbarriere relativ schnell gute Restaurants, Supermärkte, Fitnessstudios oder Ausflugsziele.
Engagierte Arbeitsgruppen, die keine Mühe scheuen, geeignete Locations für das NEST zu finden, überraschend leckere Picknicks mit lokalen Spezialitäten organisieren und sogar Ausflüge mit Reisebussen in den teilweise gesperrten Nationalpark auf die Beine stellen. Und natürlich ein großartiges Programm für die Kinder zaubern.
Ein tolles Coliving-Haus als wunderbarer Rückzugsort (wir sind diesmal drei Familien). Unser Mitbewohner Andy zaubert jeden Morgen ein leckeres Frühstück für uns und Irene verwöhnt uns mit frischem Gemüse und leckeren, selbstgemachten Pralinen. Dazu nette Spiel-, Sport- und Gesprächspartner – auch wenn es draußen mal regnet.
Genug Leute, die Bock haben, etwas zu unternehmen und neue Dinge auszuprobieren. Egal ob exotische Gerichte auf dem Nightmarket (gleich um die Ecke) oder Hip-Hop- und K-Pop-Tanzstunden …
Doch ein Geheimtipp?
Dank der Community finden wir uns langsam zurecht. Und damit entdecken wir mehr und mehr Vorzüge dieses Ortes.
Im Vergleich zu Vietnam viel mehr Ruhe und Ordnung. Weniger hupende Scooter. Mehr Platz.
Tolle Parks, Spielplätze und Sportanlagen – alles innerhalb von ein paar Minuten rund um unsere Unterkunft.
Man probiert wirklich mal neue Dinge. Anstatt immer nur die Smoothie Bowl im Hipster-Café zu bestellen (Vietnam), ist man hier quasi gezwungen, auch mal authentisch lokal zu essen. Das ist nicht immer nur richtig lecker. Aber macht trotzdem Spaß.
Super freundliche und hilfsbereite Menschen. Wir fühlen uns sicher und willkommen.
Einige kleine, süße Cafés, Läden und Restaurants, die man oft erst auf den zweiten Blick entdeckt.
Freudige Erwartung
Ich denke, dass das ein Ort sein wird, der mit fortschreitender Zeit eher besser wird. Und das Wetter hoffentlich auch.
In Summe ist es bisher ein wirklich authentisches Erlebnis an einem Ort mit Potenzial – eingebettet in eine tolle Community.














