Hualien, Taiwan. Station 2 von 3 unseres Traveling Village Abenteuers neigt sich schon wieder dem Ende entgegen. Noch gut eine Woche, dann geht es in die letzte „Pause“, bevor wir für weitere 37 Tage nach Busan (Südkorea) weiterziehen.
Gerade fühlt es sich so an, als würde die Zeit rennen. Vielleicht, weil wir die Halbzeit überschritten haben. Vielleicht aber auch, weil Taiwan uns bisher nicht mit den ganz großen Highlights abgeholt hat – zumindest hier rund um Hualien.
Die meisten Ausflüge waren solide, aber selten wirklich beeindruckend. Und genau das verändert den Fokus: weniger „Wow-Momente“, mehr Alltag. Mehr Coliving. Mehr Community. Mehr von den Dingen, die einfach gut funktionieren – und die man dann auch gerne wiederholt.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Qualität hier: nicht von Highlight zu Highlight hetzen, sondern sich mal auf den Ort einlassen.
Ein paar Dinge, die uns aus Hualien in Erinnerung bleiben werden:
Die Stadt selbst wirkt ein bisschen wie „auf dem absteigenden Ast“. Der Nationalpark ist noch immer größtenteils gesperrt, politisch scheint nicht alles rund zu laufen, und auch der Tourismus leidet spürbar.
Der Night Market: vor allem am Wochenende ein wilder, lebendiger Treffpunkt mit hunderten Ständen und großem Spielplatz. Inklusive Geburtstagsparty und kulinarischen Mutproben (Stinky Tofu, Entenkopf, Hahnenkamm…).
Michaela ist noch tiefer in ihren Writers Club eingetaucht und hat sogar ein zweitägiges Retreat organisiert.
Ich bin (mal wieder) Spikeball-Champion geworden – inklusive Champagnerdusche.
Das Wetter wird besser. Leider gibt es damit aber auch mehr Moskitos und Sandflies. Die nerven.
Unser Tagesausflug in den Taroko Nationalpark war beeindruckend – umso frustrierender, dass die meisten Trails seit dem Erdbeben 2024 noch geschlossen sind.
Kulinarisch gab es ein paar gute Spots, aber Hualien wird kein Ort, den ich fürs Essen empfehlen würde.
Die Tanzstunden: Hip-Hop, K-Pop, Contemporary (mein Favorit). Und Matilda geht hier auch jede Woche zur “kids dance class”.
Unser Co-Living: ruhig, entspannt, guter Rückzugsort – mit genau der richtigen Mischung aus Gemeinschaft und Privatsphäre. Gutes Essen & interessante Gespräche inklusive.
Ein paar kleinere Erdbeben, die dich nachts auch mal aus dem Schlaf reißen können.
Unterm Strich: Mit der Community funktioniert dieser Ort gut. Ohne sie würde ich Hualien aber eher nicht als Reiseziel empfehlen.
Es war eine spannende Erfahrung. Aber wir freuen uns jetzt auch auf das, was kommt.
PS: Hier gibt ein tieferer Einblick in unser Leben „zwischen den Welten“ (Traveling Family vs. deutsches System).


















Ich genieße unseren Rhythmus hier sehr. Diese Stadt vibriert vor Kreativität, aber auf ganz subtile Weise. Überall ist Kunst, überall warten skurrile Orte. Von der atemberaubenden Street Art, die wirklich überall zu finden sind, bis hin zur Möglichkeit, einen Klavierraum zu mieten. Und uns begegnet eine so offene Wärme, ich fühle mich noch nicht bereit, weiterzuziehen.